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<title>Sant’Aponal</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Sant’Aponal</span></h1>
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<p><b>Sant’Aponal</b> war eine seit fast einem Jahrtausend bestehende Kirche am gleichnamigen Campo im venezianischen <a href="Sestiere" title="Sestiere">Sestiere</a> <a href="San_Polo" title="San Polo">San Polo</a>. Sie war <a href="Apollinaris_von_Ravenna" title="Apollinaris von Ravenna">Apollinaris von Ravenna</a> geweiht (<a href="Venetische_Sprache_(romanisch)" title="Venetische Sprache (romanisch)">venezianisch</a>: Aponal), dem Begründer der dortigen christlichen Gemeinde. Das <a href="Kirche_(Bauwerk)" title="Kirche (Bauwerk)">Kirchengebäude</a> besteht bis heute, dient aber seit 1979 profanen Zwecken und ist nicht mehr Mittelpunkt einer <a href="Kirchengemeinde" title="Kirchengemeinde">Gemeinde</a>. Die heutige Form des Bauwerks entstand um 1450, jedoch erfolgte eine Reihe von Umbauten. 1806 bis 1851 war Sant’Aponal säkularisiert, dann bis zu seiner <a href="Profanierung" title="Profanierung">Profanierung</a> weitere 128 Jahre Mittelpunkt einer Gemeinde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Die Kirche wurde im Jahr 1034 von <a href="Ravenna" title="Ravenna">Ravennaten</a> errichtet, nämlich von den Familien Sievoli und Rampan(i) – wie so häufig im Mittelalter sind verschiedene Schreibweisen überliefert, wie <a href="Emmanuele_Antonio_Cicogna" title="Emmanuele Antonio Cicogna">Emmanuele Antonio Cicogna</a> 1830 konstatierte. Auf die Familie Rampan, die bereits zuvor in der zukünftigen Gemeinde lebte, geht nach ihm die Bezeichnung <a href="Carampane" title="Carampane">Carampane</a> zurück.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Von diesem Bauwerk soll noch das Kreuz mit langobardisch-byzantinischer Einfassung stammen. Der Legende nach barg die Kirche <a href="Reliquie" title="Reliquie">Reliquien</a> des Propheten <a href="Jona" title="Jona">Jona</a> sowie einen Splitter des <a href="Heiliges_Kreuz" title="Heiliges Kreuz">Kreuzes Christi</a>.
</p><p>Obwohl die Kirche bereits im frühen 11. Jahrhundert errichtet wurde, kann erst um 1200 das Gebiet der Gemeinde als vollständig bebaut angesehen werden, als urbanisiert.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wie die meisten Gemeinden, so wehrte sich auch Sant’Aponal gegen die vordringenden, vom Papst privilegierten Minderbrüder, in diesem Falle zunächst der <a href="Franziskaner_(OFM)" title="Franziskaner (OFM)">Franziskaner</a> etwa, indem sie vor dem Gericht des <a href="Patriarchat_von_Venedig" title="Patriarchat von Venedig">Patriarchen</a> Klage einreichte.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Kirche wurde im Jahr 1400 zur <a href="Kollegiatstift" title="Kollegiatstift">Kollegiatkirche</a> umgewidmet. Dabei zählte die Gemeinde durchaus zu den vermögenderen. So zogen 1394 die <i>Spezieri da grosso</i>, die en gros mit Gewürzen, Zucker und Wachs handelten, nach Sant’Aponal, wo sie ab 1467 einen Altar für ihren Heiligen <a href="Godehard_von_Hildesheim" title="Godehard von Hildesheim">San Gottardo</a> unterhielten.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1454 erhielt die <a href="Scuole" title="Scuole">Bruderschaft</a> des <a href="Jona" title="Jona">Jona</a>, die <i>ad honorem et reverentiam Dei et lone profete</i> eingerichtet worden war, dort ihren Sitz. 1506 folgte eine weitere Bruderschaft, die <i>Scuola del Santissimo</i>.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der romanische <a href="Glockenturm" title="Glockenturm">Glockenturm</a> wurde in den Jahren um 1407 und 1430 bis 1455 restauriert und umgebaut.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die spätgotische Form erhielt das Kirchengebäude 1450. Weitere Umbauten erfolgten in den Jahren 1570, 1594<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und 1791.
</p><p>Dabei waren Kirchen keineswegs immer friedliche Orte, einige waren sogar besonders häufig von Gewaltakten betroffen, wie etwa <a href="San_Zanipolo" title="San Zanipolo">San Zanipolo</a>. So wurde am 26. November 1547 Donato dall'Ogio inhaftiert, der als <i>attende alla Ternaria</i> aufgeführt wird (er war also Mitarbeiter an der Zollstelle für <a href="Oliven%C3%B6l" title="Olivenöl">Olivenöl</a>) und der mit einem Messer in der Hand einen Musiker namens Battista in der Kirche Sant’Aponal angegriffen hatte.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1806 wurde die Kirche unter Napoleon <a href="S%C3%A4kularisierung" title="Säkularisierung">säkularisiert</a>, 1810 für Gottesdienste geschlossen. Dann begann die Verteilung der Innenausstattung. Die vier Fenster an der Hauptfassade wurden, wohl zum Zweck besserer Belichtung, nun erst durch die Wand gebrochen. Zeitweise wurden dort politische Gefangene untergebracht, die Kirche wurde als Lagerraum genutzt. Schließlich wurde das Gebäude 1840 verkauft.
</p><p>Jedoch erwarben es Gläubige, die das Bauwerk 1851 wieder eröffneten und dort wieder Gottesdienste ermöglichten.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Immerhin hatte die Gemeinde um diese Zeit, folgt man der Zählung von 1858, 1.858 Einwohner und war damit die zahlenmäßig größte Gemeinde im Sestiere <a href="San_Polo" title="San Polo">San Polo</a>.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Bauwerk nahm einen <a href="Altar" title="Altar">Altar</a> aus der Kirche Santa Giustina in <a href="Castello" title="Castello">Castello</a> auf, ebenso wie das Portal, das ursprünglich die Kirche Sant’Elena zierte, die gleichfalls in Castello stand. Dieses Portal wiederum wurde 1929 zurückerstattet. Über dem nunmehrigen stark verkleinerten Portal wurde ein gotisches <a href="Relief" title="Relief">Basrelief</a> angebracht, das aus dem späten 14. Jahrhundert stammt.
</p><p>Von 1965 bis 1979 blieb die Kirche geschlossen. Schließlich wurde sie <a href="Profanierung" title="Profanierung">entweiht</a>. Heute wird sie zum Teil als kommunales Archiv und als Repositorium für Kunstwerke genutzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Marina Crivellari Bizio: <i>Campi veneziani. Storia e segret dei campi veneziani</i>, Filippi, Venedig 2009, S. 50 f.</li>
<li>Michele Bondanelli, Giulio Mirabella Roberti: <i>Analisi del comportamento dinamico del campanile di Sant’Aponal attraverso misure di vibrazione ambientale e indagini soniche</i>, in: <i>Tecniche costruttive, dissesti e consolidamenti dei campanili di Venezia</i>, Venedig 2011, S. 118–124.</li>
<li>Joseph R. Wheeler: <i>The Sestiere of San Polo. A cross section of Venetian society in the second half of the fifteenth century</i>, thesis, University of Warwick, 1995. (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://wrap.warwick.ac.uk/36146/1/WRAP_THESIS_Wheeler_1995.pdf">online</a>, PDF)</li>
<li><a href="Emmanuele_Antonio_Cicogna" title="Emmanuele Antonio Cicogna">Emmanuele Antonio Cicogna</a>: <i><a href="Delle_Inscrizioni_Veneziane" title="Delle Inscrizioni Veneziane">Delle Inscrizioni Veneziane</a></i>, Bd. 3, Venedig 1830, S. 245–276. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10522743?page=251">Digitalisat, Beginn des Abschnitts zur Kirche</a>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Sant%27Aponal_(Venice)?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Sant’Aponal</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Der Text lautet: „Alesandro terzo sommo pontefice fvgiendo l' armi di Fedrico / Inperatori venendo aVenetia qvi riposso la prima notte et poi concesse / indvgienza perpetva in qvesto loccho dicendo vn Pater Noster et / vna Ave Maria tbi non sit grave [Bildnis Alexanders?] dicere Mater ave lano MCLXXVII / et con la carita di devoti silvmina giorno e note come si vede / ristaurato da divoti l' anno MDCCCXXX“ (s. a. die Darstellung <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.veneziatiamo.eu/SotoportegoeCalledelaMadona_SANPOLO.html"><i>Sotoportego e Calle de la Madonna</i></a> auf veneziatiamo.eu).</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Emmanuele_Antonio_Cicogna" title="Emmanuele Antonio Cicogna">Emmanuele Antonio Cicogna</a>: <i><a href="Delle_Inscrizioni_Veneziane" title="Delle Inscrizioni Veneziane">Delle Inscrizioni Veneziane</a></i>, Bd. 3, Venedig 1830, S. 245–276, hier: S. 245: Cicogna nennt für die Sievoli die Varianten <i>Scievolo</i>, <i>Sciavola</i>, <i>dalle Cevole</i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Joseph R. Wheeler: <i>The Sestiere of San Polo. A cross section of Venetian society in the second half of the fifteenth century</i>, thesis, University of Warwick, 1995, S. 38.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Joseph R. Wheeler: <i>The Sestiere of San Polo. A cross section of Venetian society in the second half of the fifteenth century</i>, thesis, University of Warwick, 1995, S. 51.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Joseph R. Wheeler: <i>The Sestiere of San Polo. A cross section of Venetian society in the second half of the fifteenth century</i>, thesis, University of Warwick, 1995, S. 199 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Joseph R. Wheeler: <i>The Sestiere of San Polo. A cross section of Venetian society in the second half of the fifteenth century</i>, thesis, University of Warwick, 1995, S. 201–203.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Joseph R. Wheeler: <i>The Sestiere of San Polo. A cross section of Venetian society in the second half of the fifteenth century</i>, thesis, University of Warwick, 1995, S. 191.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Emmanuele_Antonio_Cicogna" title="Emmanuele Antonio Cicogna">Emmanuele Antonio Cicogna</a>: <a href="Delle_Inscrizioni_Veneziane" title="Delle Inscrizioni Veneziane">Delle Inscrizioni Veneziane</a>, Bd. 3, Venedig 1830, S. 254 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://opacplus.bsb-muenchen.de/Vta2/bsb10522743/bsb:BV011103341?page=254">Digitalisat</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Stuart Carroll, Umberto Cecchinato: <i>Violence and Sacred Space in Early Modern Venice</i>, in: Acta Histriae 27 (2019) 561–580, hier: S. 569 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.academia.edu/41489944/Violence_and_Sacred_Space_in_Early_Modern_Venice">academia.edu</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Marina Crivellari Bizio: <i>Campi veneziani. Storia e segret dei campi veneziani</i>, Filippi, Venedig 2009, S. 51.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Joseph R. Wheeler: <i>The Sestiere of San Polo. A cross section of Venetian society in the second half of the fifteenth century</i>, thesis, University of Warwick, 1995, S. 62 f.</span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">45.43794</span><span class="longitude">12.33261</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:45.43794,12.33261"><span title="Breitengrad">45° 26′ 17″ <abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">12° 19′ 57″ <abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
</p></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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